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PILONIDALSINUS ZENTRUM

Dr. Bernhard Hofer & Kollegen – Behandlungszentrum für die Steißbeinfistel München

Laser in der Therapie der Steissbeinfistel (Sinus pilonialis)

Der Begriff Laser lässt an Hightech und Präzision denken. Von einer Laser-OP erwartet sich der Patient eine innovative und schonende Behandlung. Die Kraft des gebündelten Lichts soll Blutungen und Rückfälle vermeiden und eine kurze Heilungszeit garantieren.
Deshalb setzen wir seit 2011 auf diese Technologie. Bei der Steißbeinfistel Laser OP unterscheidet man die thermische Verödung (FiLaC/SiLaC) von der Ausschälung der Fistel mit dem Laser-Skalpell (Laser-Sinusektomie).
In der Nachbehandlung nach Operation eines Sinus Pilonidalis kommen die Low Level Lasertherapie (LLLT) und die Laser Haarentfernung zum Einsatz.

Ein wenig Theorie...

Einstein und der Laser

Für die Technikinteressierten unter Ihnen wollen wir im nächsten Absatz kurz auf die Geschichte des Lasers sowie die physikalischen und biologischen Grundlagen der Laser Anwendung bei der Steißbeinfistel eingehen. Wer lieber ohne Umschweife erfahren will, welche Möglichkeiten die Laserbehandlung bei der Steißbeinfistel bestehen, kann die graue Theorie mit diesem Link überspringen.

"Es ist mir ein prächtiges Licht über die Absorption und Emission der Strahlung aufgegangen"

Albert Einstein 1916 in einem Brief an seinen Freund Michele Angelo Besso
Albert Einstein © pixabay

Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation: Am 16. May 1961 gelang es dem amerikanischen Elektroingenieur und Physiker Theodor Maiman in den Hughes Research Laboratories, mit dem ersten Rubin-Laser Einsteins Geistesblitz in einen funktionsfähigen Laser umzusetzen. Die Publikation dieser Pioniertat wurde zunächst abgelehnt. Für den Nobelpreis wurde Maiman zweimal nominiert, die höchste wissenschaftliche Auszeichnung ging aber an seinen Konkurrenten Charles Townes von den Bell Labs.

Heute sind Laser auch aus der Medizin nicht mehr wegzudenken. Insbesondere die auf den Gallium-Arsenid-Laser von Robert Hall 1962 folgenden Diodenlaser führten die Medizin und Chirurgie durch die Verfügbarkeit von handlichen, leistungsfähigen Lasern in eine neue Ära.

Durch Auswahl der geeigneten Wellenlänge und Energiedosis (Fluence) erreicht man eine punktgenaue Behandlung unter Schonung des gesunden Gewebes. 1967 entdeckte Endre Mester an der Universität Budapest bei dem Versuch, Tumore durch Laser zu behandeln, zufällig die heilungsfördernde Wirkung niederenergetischer Laserstrahlung und legte damit den Grundstein für die LLLT (low level Laser therapy).

Physikalische und biologische Eigenschaften von Laserstrahlung

Laserlicht zeichnet sich aus durch die räumliche und zeitliche Kohärenz (parallele Ausrichtung der Strahlen) und die Zusammensetzung aus nur einer definierten Wellenlänge (Monochromasie). Im Hinblick auf die praktische Anwendung wird sie charakterisiert durch die Strahlqualität (Divergenz), die Polarisierung, die Energie pro Fläche (Fluence) und den Modus (cw – Dauerstrich oder pulsed).

Beim Auftreffen auf Gewebe werden 4 – 10 % der Photonen reflektiert. Die übrige Laserenergie dringt in das Gewebe ein und wird dort entweder gestreut (Richtungsänderung) oder absorbiert (Energieaufnahme). Die Eindringtiefe steigt mit der Wellenlänge. Laserstrahlung im UV- oder sichtbaren Bereich regt Elektronen an, im Nahe-Infrarot-Bereich die Molekülschwingung. Die Absorption ist eine Funktion der Zusammensetzung des Gewebes, die absorbierenden Stoffe nennt man Chromophore. Chromophore bei der medizinischen Anwendung sind zum Beispiel das Gewebswasser H2O, Hämoglobin (der rote Blutfarbstoff) oder Melanin (der Farbstoff der Haut und der Haare).

In unserer Praxis sind von Anfang an Laser schnell zum unverzichtbaren Präzisionswerkzeug geworden. Erste Erfahrungen konnte ich noch als Oberarzt am Klinikum Dachau seit 2011 mit einem Gerät der Fa. biolitec sammeln. Heute verwenden wir einen Diodenlaser mit 800/950 nm zur permanenten Haarentfernung (Asclepion MeDioStar NeXT), einen Diodenlaser mit 1470 nm für die Behandlung der Steißbeinfistel (FiLaC / SiLac) und von Hämorrhoiden (biolitec Ceralas) und einen Diodenlaser mit 980 nm für die ablative und schneidende Laser-Chirurgie (Intros Lina 30).

Laser Operationen bei Steißbeinfistel

Bei der Operation des Sinus pilonidalis folgen wir den von Lord und Bascom aufgestellten Grundprinzipien, sämtliche Eintrittspforten von Haaren zu identifizieren und zu beseitigen und die bereits im Unterhautgewebe deponierten Haare vollständig zu entfernen. Ersteres gelingt durch das sogenannte pit-picking.

FiLaC / SiLaC (Fistula Laser Closure)

Bei der Verwendung einer axial abstrahlenden Lasersonde wird die Innenschicht der Fistelkapsel thermisch abgetragen, so dass  sich auch die eingewachsenen Haare leichter lösen lassen. Dieses  ursprünglich für die Behandlung von Analfisteln entwickelte Verfahren wird als Laser Fistula Closure (FiLaC™) oder Sinus Laser Therapy (SiLaC™) bezeichnet. Damit lassen sich die Heilungsraten von etwa 70 % beim reinen pit-picking auf 80 % steigern bei einem sehr wenig belastenden Eingriff. Voraussetzung ist, daß der Fistelgang in ganzer Länge für die Laser Sonde passierbar ist, die bei Fisteln geringen Durchmessers nicht immer gegeben ist. Ein weiterer Nachteil sind die Kosten für die Sonde (derzeit ca. 420 €). Wir sehen das Haupteinsatzgebiet dieser Technik bei sehr langen Fistelgängen und bei der Präferenz des Patienten für die potenziell schnellste Wundheilung.

Laser-Fistulektomie (Sinusektomie)

Seit 2004 operierte ich Steißbeinfisteln nach der von Lord beschriebenen Methode. 

Permanente Haarreduktion mit Laser

(Dauerhafte Haarentfernung, Laser-Epilation)
Aufbau der Haarwurzel

Geschichte der Haarentfernung

Die Entfernung von unerwünschter Körperbehaarung hat eine lange Tradition. Schon in der Steinzeit vor über 25000 Jahren sollen Menschen sich mit scharfen Muscheln und Steinen Haare abgeschabt haben. Im Ägypten der Pharaonen kamen Wachs und eine Enthaarungspaste aus Zucker, Zitronensaft und Rosenwasser („Halawa“, heute als Brazilian Waxing bekannt) zur Anwendung. Der Erfolg dieser Maßnahmen war und ist nicht von Dauer. Eine permanente Haarentfernung wurde erst durch den Einsatz von elektrischem Strom oder energiereichem Licht (Laser, IPL) möglich.  

Die Lösung: Haarfreiheit durch Laserlicht

Dank der exzellenten Wirksamkeit und großen Therapiesicherheit haben sich langgepulste, Hochleistungs – Diodenlaser wie unser Asclepion MeDioStar NeXT durchgesetzt, die auch bei dunkleren Hauttypen verwendet werden können.

Dabei nutzt man den Effekt der sogenannten, selektiven Photothermolyse. Die Aufnahme des Laserlichts durch das Melanin (Farbstoff der Haare) erhitzt den Haarschaft auf über 60 °C und inaktiviert damit die Haarwurzel.

Laser Haarentfernung
Haarentfernung durch Laser als Ergänzung zur Pit Picking Operation

Die Wirkung ist am intensivsten in der Wachstumsphase der Haare (Anagen), geringer in der Rückbildungsphase (Katagen). In der Ruhephase (Telogen) wirkt der Laser praktisch nicht auf die Haarwurzel. Daraus folgt, dass jede Behandlung zu einem gegebenen Zeitpunkt nur die in der Anagenphase befindlichen Haarwurzeln erreichen kann und somit wiederholte Behandlungen  notwendig sind. Die Behandlung  ist umso effektiver, umso heller die Haut und umso dunkler die Haare sind. Die Laserbehandlung war in Studien doppelt so effektiv wie die Elektro-Epilation. Nur bei hellblonden oder weissen Haaren stößt der Laser an seine Grenzen.

Wir beobachten ein sehr gutes Behandlungsergebnis nach 4 – 8 Behandlungen in einem zeitlichen Abstand von 4 – 6 Wochen. Eine weitere Behandlung 6 Monate nach Behandlungsabschluß scheint die Langzeitwirkung zu verbessern.

Literatur zur Laser - Technik und Laser -Behandlungen

Cartlidge, E. (2007). Theodore Maiman 19272007. Physics World, 20(6)

Garcin, C., & Ansell, D. (2017). The battle of the bulge: re‐evaluating hair follicle stem cells in wound repair. Experimental Dermatology, 26(2), 101-104.

Görgü, M., Aslan, G., Aköz, T., & Erdoğan, B. (2000). Comparison of Alexandrite Laser and Electrolysis for Hair Removal. Dermatologic Surgery, 26(1)

Hall, R., Fenner, G., Kingsley, J., Soltys, T., & Carlson, R. (1962). Coherent Light Emission From GaAs Junctions. Physical Review Letters, 9(9), 366-368.

Handrick, C., & Alster, T. (2001). Comparison of Long‐Pulsed Diode and Long‐Pulsed Alexandrite Lasers for Hair Removal: A Long‐Term Clinical and Histologic Study. Dermatologic Surgery, 27(7)

Li, L., Margolis, L., & Hoffman, R. (1991). Skin toxicity determined in vitro by three-dimensional, native-state histoculture. Proceedings of the National Academy of Sciences, 88(5), 1908

Maiman, T.H. (1960): Stimulated Optical Radiation in Ruby. Nature, No. 4736

Raulin C. and Karsai S. (eds.), Laser and IPL Technology in Dermatology and Aesthetic Medicine , DOI: 10.1007/978-3-642-03438-1_2, © Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2011

Uchugonova, A., Duong, J., Zhang, N., König, K., & Hoffman, R. (2011). The bulge area is the origin of nestin‐expressing pluripotent stem cells of the hair follicle. Journal of Cellular Biochemistry, 112(8), 2046-2050.

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